Weihnachten in Island: Traditionen, Bräuche & Jólasveinar erklärt

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Weihnachten in Island bedeutet mehr als Lichter im Dezemberdunkel. Die isländische Weihnachtszeit ist ein komplexes Geflecht aus nordischer Mythologie, christlichen Bräuchen und lebendiger Folklore – mit 13 Weihnachtsgesellen statt eines einzigen Nikolaus, einer gefräßigen Hexe und einer Katze, die faule Menschen frisst. Kaum ein Land der Welt hat seine Weihnachtstradition so eigenständig und farbig bewahrt.

Kurz zusammengefasst

Island feiert Weihnachten vom 12. Dezember bis zum 6. Januar – mit 13 Jólasveinar (Weihnachtsgesellen), dem Fest Þorláksmessa am 23. Dezember, Hangikjöt als Hauptgericht und der einzigartigen Jólabókaflóð-Tradition, bei der Bücher zu Heiligabend verschenkt werden.

Wichtiger Hinweis

Viele der isländischen Weihnachtsbräuche klingen für Außenstehende ungewöhnlich – besonders die Figuren rund um Grýla und den Jólakötturinn. Diese Traditionen sind tief in der isländischen Volksdichtung verwurzelt und sollten im kulturellen Kontext verstanden werden, nicht als Schauermärchen für Kinder.

Das Wichtigste in Kürze

  • 13 Jólasveinar besuchen Island ab dem 12. Dezember, einer pro Nacht
  • Þorláksmessa (23. Dezember) ist einer der wichtigsten Festtage
  • Hangikjöt und Laufabrauð gehören zu den klassischen Weihnachtsspeisen
  • Jólabókaflóð: Bücher schenken an Heiligabend ist nationale Tradition
  • Grýla und der Jólakötturinn sind die dunklen Gegenspieler der Weihnachtszeit
  • Die Weihnachtszeit endet offiziell am Þrettándinn (6. Januar)
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Sigríður Magnúsdóttir
Kulturwissenschaftlerin, Island-Spezialistin und freie Reiseautorin – lebt abwechselnd in Reykjavik und Wien

„Island hat mir gezeigt, dass Weihnachten auch in vollständiger Dunkelheit leuchten kann – nicht trotz der langen Nächte, sondern wegen ihnen. Die Isländer haben ihre Feierlichkeiten über Jahrhunderte nicht vereinfacht, sondern immer reicher gemacht.“


Was sind die wichtigsten Weihnachtstraditionen in Island?

Island kombiniert nordische Folklore, christliche Feste und moderne Bräuche zu einer der originellsten Weihnachtskultur der Welt.

Anders als in Mitteleuropa beginnt die isländische Weihnachtssaison nicht mit dem 1. Advent, sondern entfaltet sich schrittweise – mit dem ersten Jólasveinn am 12. Dezember, dem Gemeinschaftsfest Þorláksmessa am 23. Dezember und dem eigentlichen Heiligabend, dem Aðfangadagur, am 24. Dezember. Geschenke werden am Heiligabend abends geöffnet, nicht am Morgen des 25.

Was Island wirklich einzigartig macht: Die Weihnachtszeit endet nicht am 26. Dezember. Sie läuft durch bis zum Dreizehnten Tag (Þrettándinn) am 6. Januar – mit Feuerwerken, Elfengeschichten und gemeinschaftlichen Feuern. Wer Island im Dezember besucht, erlebt eine Feierlichkeit, die sich langsam aufbaut und erst im neuen Jahr klingt.


Wer sind die 13 isländischen Weihnachtsgesellen (Jólasveinar)?

Die Jólasveinar sind 13 trollähnliche Gestalten aus der isländischen Folklore, die in den 13 Nächten vor Weihnachten nacheinander vom Berg herabsteigen.

Sie sind die Söhne der Trollhexe Grýla – und ursprünglich keine freundlichen Gabenbringer, sondern Schreckensfiguren. Erst im Laufe des 20. Jahrhunderts wandelten sie sich kulturell zu einer Art isländischer Santa-Claus-Variante, die Kindern Süßigkeiten oder Kartoffeln in den Schuh legt, je nach Verhalten.

Jólasveinn Isländischer Name Streich / Eigenschaft Ankunft
Schafstallschnüffler Stekkjarstaur Belästigt Schafe in Ställen 12. Dezember
Kellerschlucker Giljagaur Stiehlt Milch aus Kellern 13. Dezember
Stummelfinger Stúfur Kratzt Pfannen aus und isst Reste 14. Dezember
Löffelschlecker Þvörusleikir Stiehlt und leckt Kochlöffel 15. Dezember
Topfschaber Pottasleikir Leert unbeaufsichtigte Töpfe 16. Dezember
Schüsselschlecker Askasleikir Versteckt sich unter Betten, wartet auf Schüsseln 17. Dezember
Türknaller Hurðaskellir Knallt Türen in der Nacht 18. Dezember
Joghurtgierige Skyrgámur Frisst den gesamten Skyr der Familie 19. Dezember
Wursthaken Bjúgnakrækir Versteckt sich in Dachbalken, klaut Würste 20. Dezember
Fensterlurer Gluggagægir Späht durch Fenster nach Stehlenswerten 21. Dezember
Türschlüpfer Gáttaþefur Riecht an Türritzen nach Brot 22. Dezember
Fleischhaken Ketkrókur Angelt Fleisch durch Schornsteine 23. Dezember
Kerzenstummler Kertasníkir Stiehlt Kerzen von Kindern 24. Dezember

Expert Insight

Die ursprünglichen Jólasveinar-Beschreibungen aus isländischen Volkserzählungen des 17. Jahrhunderts sind deutlich düsterer als die heutige Version. Erst durch staatliche Regulierung im Jahr 1746 – ein königliches Dekret verbot es, Kinder mit Grýla zu erschrecken – begann die schrittweise Verharmlosung der Figuren. Die heutigen Darstellungen in roter Kleidung entstanden wesentlich unter dem Einfluss amerikanischer Weihnachtsbilder im 20. Jahrhundert.

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Was ist die Geschichte von Grýla der Weihnachtshexe?

Grýla ist eine trollähnliche Riesin aus der isländischen Folklore, Mutter der 13 Jólasveinar – und angeblich Fresserin unartiger Kinder.

In alten Sagen wird Grýla als mehrfach verheiratete Trollfrau mit Dutzenden Kindern beschrieben, die in einer Höhle im isländischen Hochland lebt. Ihr aktueller Mann heißt Leppalúði – gemeinhin als faul und unbrauchbar beschrieben. Grýla selbst ist aktiver: Sie steigt zur Weihnachtszeit ins Tal, um unartige Kinder in ihrem Sack zu sammeln und in einem großen Kessel zu kochen.

Obwohl diese Geschichte heute kaum noch als Disziplinierungsmittel genutzt wird, ist Grýla in Island allgegenwärtig – in Kinderbüchern, Weihnachtsshows im Fernsehen und auf Dekorationsartikeln. Sie ist weniger Bösewicht als kulturelle Ikone.

Warum ist der Jólakötturinn in Island so gefürchtet?

Der Jólakötturinn ist eine riesige schwarze Weihnachtskatze, die laut Folklore Menschen ohne neue Weihnachtskleidung auffrisst.

Der Gedanke dahinter ist weniger grausam als er klingt: Wer zur Weihnachtszeit keine neue Kleidung besitzt, hat im Jahr nicht hart genug gearbeitet – und verdient es daher, vom Jólakötturinn gefressen zu werden. Historisch war diese Drohung ein Ansporn für Schafschurer und Wollverarbeiter: Wer bis Weihnachten fertig war, bekam neue Kleidung. Wer trödelte, nicht.

Heute schenken viele isländische Familien bewusst Kleidungsstücke zu Weihnachten – nicht aus Pflicht, sondern als liebevoller Verweis auf diesen alten Brauch. Die Dichterin Jóhannes úr Kötlum verewigte den Jólakötturinn 1932 in einem berühmten Gedicht, das bis heute zu Weihnachten gelesen wird.


Was ist Þorláksmessa und warum ist sie so wichtig?

Þorláksmessa am 23. Dezember ist der Gedenktag des isländischen Nationalheiligen Þorlákur und inoffiziell einer der wichtigsten Festtage der isländischen Weihnacht.

In vielen isländischen Städten ist der 23. Dezember geschäftiger als der Heiligabend selbst. Reykjavik verwandelt sich an diesem Tag in einen Markt – Geschäfte sind bis spät geöffnet, Familien kaufen letzte Besorgungen, und überall duftet es nach gebratenem Skate (skata). Dieser fermentierten Rochen wird traditionell zum Abendessen serviert – ein Geruch, der Fremde erschreckt und Einheimische in Vorfreude versetzt.

Þorlákur Þórhallsson war Bischof von Skálholt im 12. Jahrhundert, heiliggesprochen 1984 als einziger isländischer Heiliger. Sein Festtag fiel zufällig in die Adventszeit und verschmolz über Jahrhunderte mit den Weihnachtsvorbereitungen zu einem eigenständigen Brauch.

Was ist Hangikjöt und wie wird es zubereitet?

Hangikjöt ist geräuchertes Lammfleisch – das klassische isländische Weihnachtshauptgericht, traditionell über Birkenholz oder Schafsmist geräuchert.

Das Fleisch wird oft wochenlang geräuchert und dann gekocht, bis es zart ist. Serviert wird es dünn aufgeschnitten, warm mit Kartoffeln und weißer Béchamelsauce – oder kalt auf Laufabrauð (Blätterbrot). Wer Hangikjöt an einem isländischen Weihnachtstisch probiert, versteht, warum Isländer es verteidigen wie andere Nationen ihre Weihnachtsgans.

Was ist Laufabrauð und wie wird es hergestellt?

Laufabrauð (Blätterbrot) ist ein hauchdünnes, frittiertes Fladenbrot mit eingeschnittenen geometrischen Mustern – typisch isländisches Weihnachtsgebäck.

Das Einschneiden der Muster ist Familienarbeit. Kinder und Großeltern sitzen gemeinsam am Tisch, rollen den Teig dünn aus und schnitzen mit kleinen Spezialrädchen Schneeflocken und Muster in die Teigscheiben, bevor diese in Fett frittiert werden. Es gibt kaum eine weihnachtlichere isländische Szene als diese – ruhig, konzentriert, miteinander.


Was ist die Jólabókaflóð-Tradition?

Jólabókaflóð bedeutet „Weihnachtsbuchflut“ – in Island werden zu Heiligabend traditionell Bücher verschenkt und noch in derselben Nacht gelesen.

Die Tradition entstand im Zweiten Weltkrieg. Island importierte kaum Waren, Papier war jedoch verfügbar. Der Isländische Verlegerverband begann 1944 damit, jährlich einen Buchkatalog (Bókatíðindi) an alle Haushalte zu versenden – und das Buch zum meistgeschenkten Weihnachtsartikel zu machen. Diese Gewohnheit hat sich bis heute erhalten.

Am Heiligabend nach dem Abendessen öffnen Isländer ihre Bücher und lesen – oft stundenlang, mit Schokolade und Tee. Es ist eine der ruhigsten und schönsten Weihnachtsgewohnheiten, die man sich vorstellen kann. Island hat pro Kopf weltweit eine der höchsten Buchpublikationsraten – kein Zufall.

Expert Insight

Die Jólabókaflóð ist inzwischen international bekannt und wurde von Buchliebhabern auf der ganzen Welt adaptiert. In Island selbst ist sie keine nostalgische Restgröße, sondern aktiv gelebte Kultur: Rund 40 % aller isländischen Buchverkäufe eines Jahres finden zwischen Oktober und Dezember statt.

Wann öffnen Isländer ihre Weihnachtsgeschenke?

Geschenke werden in Island am Heiligabend (Aðfangadagur) geöffnet – traditionell nach dem Abendessen am 24. Dezember.

Um 18 Uhr beginnt die Weihnachtszeit offiziell – isländische Radiosender und Fernsehsender signalisieren den Start mit bestimmten traditionellen Sendungen. Danach versammeln sich Familien zum Essen, dann zu den Geschenken. Bücher liegen dabei fast immer dabei.


Wie feiern Isländer den Heiligabend?

Der isländische Heiligabend beginnt mit Gottesdienst, folgt mit Familienessen, Geschenken und endet oft mit Bücherlesen bis in die Nacht.

Viele Isländer besuchen am Nachmittag des 24. Dezember die Kirche. In Reykjavik ist die Hallgrímskirkja an Heiligabend besonders gut besucht. Die Atmosphäre in der Stadt an diesem Abend ist überraschend ruhig – kein großes Feuerwerk, keine laute Straßenparty. Das geschieht erst zu Silvester, mit einem der spektakulärsten Feuerwerke Europas.

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Welche Rolle spielt die Kirche bei isländischen Weihnachtsfeiern?

Die Lutheranische Staatskirche Islands prägt Weihnachten durch Gottesdienste, Chorkonzerte und das liturgische Rahmenprogramm – aber die Feierlichkeiten sind stärker kulturell als religiös.

Island ist nominell protestantisch, aber die Religiosität ist im Alltag nicht besonders ausgeprägt. Weihnachten ist für die meisten Isländer primär ein Familienfest. Trotzdem sind Adventskonzerte in Kirchen gut besucht, und der Kirchgang an Heiligabend gehört für viele Familien einfach dazu – als Ritual mehr denn als Glaubensakt.


Wie wird in Island das Haus zu Weihnachten geschmückt?

Isländische Häuser werden mit Lichterketten, Adventskränzen, Weihnachtsmännerfiguren (Jólasveinar-Figürchen) und Kerzen geschmückt – schlicht, aber wirkungsvoll.

Angesichts von bis zu 19 Stunden Dunkelheit täglich im Dezember sind Kerzen und Lichterketten keine Dekoration, sondern Notwendigkeit. Isländische Fenster leuchten von innen – Kerzenleuchter stehen auf Fensterbänken, warme Lichterketten hängen in Innenhöfen. Das gibt Reykjavik in den Dezemberwochen eine fast märchenhafte Atmosphäre.

Wie lange dauert die Weihnachtszeit in Island?

Die isländische Weihnachtszeit dauert offiziell 26 Tage – vom 12. Dezember bis zum 6. Januar (Þrettándinn).

Der letzte Jólasveinn verlässt Island am 6. Januar wieder. Dieser Tag, Þrettándinn (der Dreizehnte), wird mit Elfengeschichten, Lagerfeuern und Feuerwerken gefeiert. Es wird gesagt, dass in dieser Nacht die Elfen (Huldufólk) umziehen – und manche Isländer nehmen das erstaunlich ernst.


Welche Neujahrstraditionen gibt es in Island?

Silvester in Island ist berühmt für massive Feuerwerke – Reykjavik gilt als eine der spektakulärsten Silvesterstädte Europas.

Isländer kaufen gemeinsam Feuerwerk, dessen Erlös Rettungsorganisationen zugute kommt. Um Mitternacht verwandeln sich isländische Städte in ein kollektives Feuerspektakel. Vor dem Feuerwerk gibt es Lagerfeuer, Fernsehsatire-Sendungen (das isländische Jahresend-Kabarett Áramótaskaupið wird von fast der gesamten Bevölkerung gesehen) und Familienessen.

Wo kann man in Reykjavik Weihnachtsmärkte besuchen?

Reykjavik hat keinen klassischen deutschen Weihnachtsmarkt, bietet aber Advent-Events wie den Markt am Ingólfstorg-Platz und das Weihnachtsdorf in Hafnarfjörður.

Das Weihnachtsdorf in Hafnarfjörður – einem Vorort von Reykjavik – ist jährlich einer der beliebtesten Adventspunkte Islands. Hier gibt es handgefertigte Waren, isländisches Essen, Livemusik und Trollfiguren. Es läuft in der Regel von Ende November bis kurz vor Weihnachten. Wer Island im Dezember bereist, sollte diesen Abstecher einplanen.

Expert Insight: Für Touristen

Wer Island zur Weihnachtszeit besucht, sollte wissen: Heiligabend und der 25. Dezember sind sehr ruhige Tage. Restaurants, Geschäfte und Sehenswürdigkeiten sind oft geschlossen oder haben stark reduzierte Öffnungszeiten. Die besten Tage für Erlebnisse sind der 23. Dezember (Þorláksmessa) und der 6. Januar (Þrettándinn). Hotels in Reykjavik sind im Dezember teurer als sonst – frühzeitiges Buchen ist empfehlenswert.


Wie unterscheiden sich isländische Weihnachtstraditionen von anderen nordischen Ländern?

Island hat im Gegensatz zu Schweden, Norwegen oder Dänemark keine Julbock-Tradition, keine großen Weihnachtsmärkte und stattdessen eine einzigartige, lebendige Trollfolklore.

Während Schweden am 13. Dezember das Luziafest mit Mädchen in weißen Kleidern feiern, gibt es in Island an diesem Tag schlicht den zweiten Jólasveinn. Dänemark und Norwegen haben stark kommerzialisierte Weihnachtsmärkte nach deutschem Vorbild – Island nicht wirklich. Was Island hat: eine eigene Mythologie, die bis heute erzählt, ernstgenommen und weitergegeben wird.


Häufige Fragen

Wann kommen die Jólasveinar in Island?

Der erste Jólasveinn (Stekkjarstaur) kommt am 12. Dezember, jeden folgenden Tag ein weiterer – der letzte (Kertasníkir) am 24. Dezember. Sie kehren in derselben Reihenfolge nach Weihnachten in die Berge zurück.

Was wird in Island an Weihnachten gegessen?

Am Heiligabend gibt es meist Hangikjöt (geräuchertes Lammfleisch) mit Kartoffeln und Béchamelsauce sowie Laufabrauð. Am 23. Dezember ist fermentierter Skate (Skata) traditionell, besonders im Westen des Landes.

Was ist die Jólabókaflóð-Tradition genau?

Jólabókaflóð bedeutet „Weihnachtsbuchflut“. In Island werden Bücher als Weihnachtsgeschenke verschenkt und noch am Heiligabend gelesen. Die Tradition entstand in den 1940er Jahren und ist bis heute lebendig.

Wann endet die Weihnachtszeit in Island?

Offiziell am Þrettándinn, dem 6. Januar. Dieser Tag wird mit Feuern, Feuerwerken und Elfenlegenden gefeiert – das isländische Pendant zum Dreikönigstag in anderen Kulturen.

Gibt es in Island einen Weihnachtsmann?

Nicht im klassischen Sinne. Die Rolle des Gabenbringers übernehmen die 13 Jólasveinar gemeinsam. Sie legen Geschenke in Schuhe, die Kinder vor dem Schlafengehen auf die Fensterbank stellen.


Fazit

Island hat eine Weihnachtstradition bewahrt, die sich in keinem Reisekatalog der Welt vollständig abbilden lässt. Dreizehn Weihnachtsgesellen, eine gefräßige Hexe, eine fleischfressende Katze, geräuchertes Lammfleisch und eine ganze Nation, die am Heiligabend Bücher liest – das ist nicht Folklore zum Anschauen, sondern gelebte Kultur. Wer die isländische Weihnachtszeit wirklich verstehen will, muss sie in ihrer Widersprüchlichkeit akzeptieren: dunkel und warm zugleich, archaisch und erstaunlich modern. Genau darin liegt ihr Reiz.

Redaktion